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Krankheitsverarbeitung

„Das kranke Kind braucht Therapie, weil es krank ist. Und es braucht Pädagogik, weil es ein Kind ist.“

(Herzka 1988 in Flitner u.a., Chronisch kranke Kinder in der Schule, S. 124)

„Es ist hilfreich, wenn Kliniklehrkräfte therapeutisch sehen und verstehen können. Handeln werden sie jedoch stets als Schulpädagogen/innen. Ihr Instrument bleibt die Didaktik auf Basis der Empathie.“

(ebd. S. 126)

 

Ist-Zustand

Ziel

Kompetenz der Schüler*innen

Methoden und Kompetenzen der Lehrer*innen

Nicht auf Körper verlassen können

Sich der körperlichen Leistungsmöglichkeiten bewusst sein

  • realistische Selbstwahrnehmung/ -einschätzung
  • verändertes/ neues Selbstbild entwickeln
  • Frustrationstoleranz
  • Unterstützungsnotwendigkeit wahrnehmen, erbitten und annehmen
  • Gespräch/ Thematisierung bei Bedarf
  • Spiegeln
  • Offenheit/ gemeinsam entscheiden
  • Prozessorientierte Begleitung

Veränderte Körperlichkeit/ Aussehen

Vertraut sein mit der veränderten körperlichen Situation /

  • realistische Selbstwahrnehmung/ -einschätzung
  • verändertes/ neues Selbstbild entwickeln
  • Frustrationstoleranz
  • notwendige Hilfsmittel kennen und (be)nutzen
  • Hilfsmittel erproben/ anbieten
  • Trost
  • Wertschätzung
  • Motivation
  • Bewusst gewählter Einzelunterricht

Veränderte Lern- und Leistungsfähigkeit

Annehmen des neuen Leistungsniveaus

  • realistische Selbstwahrnehmung/ -einschätzung
  • verändertes/ neues Selbstbild entwickeln
  • Frustrationstoleranz
  • Unterstützungsnotwendigkeit wahrnehmen, erbitten und annehmen
  • Lerncoaching
  • dosierte Herausforderung/ begleitet etwas wagen/ dosierte Provokation
  • Rhythmisierung
  • Motivation
  • Prozessorientierte Begleitung
  • Bewusst gewählter Einzelunterricht

Mittragen von Gefühlen des Umfelds, z.B. Eltern haben Angst, sind ratlos, hilflos

Sich abgrenzen können, Grenzen und Überforderungen benennen und formulieren können

  • Metakommunikation
  • Eigenwahrnehmung- eigene Befindlichkeiten wahrnehmen
  • Professionelle Hilfestellung zur Regulierung von Distanz und Nähe

Herausgerissen aus/ Unterbrechen von Alltag/ sozialem Umfeld/ bisherigem Leben

Alltag und Normalität wiederfinden/ herstellen, neu entdecken im Rahmen der nun bestehenden Möglichkeiten

  • angemessenes Selbstwertgefühl
  • emotionale Stabilität/ Gleichgewicht
  • (wieder) Teil einer Gemeinschaft sein – Teilhabe(n)
  • Schule als haltender Rahmen
  • Bewusst geplante Gruppen, gemeinsame Projekte
  • niederschwellige Angebote
  • Trost
  • Beratung und Management für Schullaufbahn
  • Rhythmisierung

Diskrepanz zwischen Lebensträumen und Realität/ Abschied nehmen

Annehmen neuer Ziele/ Leben neu planen

  • Emotionale Stabilität/ Gleichgewicht
  • Frustrationstoleranz
  • Unterstützungsnotwendigkeit wahrnehmen, erbitten und annehmen
  • Versöhnung von Real-Ich mit Ideal-Ich
  • Kultur der Ermutigung und Zukunftsfindung/ Abschied nehmen
  • Unorthodoxes Denken / „dritte Wege“
  • Trost
  • Bewusst gewählter Einzelunterricht bzw. geplanter Gruppenunterricht

Selbstwertgefühl stark erschüttert

Gestärktes Selbstwertgefühl

  • Einlassen auf stärkende und unterstützende Angebote
  • Offenheit
  • ressourcenorientiertes Denken – positives Denken „Was kann ich?“
  • Humor (hilft Heilen)
  • Beziehungsaufbau und –gestaltung
  • Wertschätzung
  • Motivation
  • Bewusst gewählter Einzelunterricht
  • Trost
  • Bestärkung

Familiensystem und –beziehungen beeinflusst/ Sondersituation z.B. der Geschwister

Neue Rolle im Familiengefüge einnehmen

 

  • Geht nur im interdisziplinären Austausch bzw. ausgelagert „therapeutisch sehen und verstehen“
  • Systemisches Arbeiten

Soziale Beziehungen in allen / vielen Bereichen verändert oder unterbrochen

Aufbau von sozialen Beziehungen/ Bereitschaft zu sozialen Beziehungen

  • angemessenes Selbstwertgefühl
  • emotionale Stabilität/ Gleichgewicht
  • (wieder) Teil einer Gemeinschaft sein – Teilhabe(n)
  • Frustrationstoleranz
  • Bewusst geplante Gruppen, gemeinsame Projekte

Starke Reglementierung des Lebens – Verlust an Selbstbestimmung (Verbote, Gebote, ständige Aufsicht, Angewiesenen sein auf Hilfe)

Selbstwirksamkeit erleben

  • Elaboration – Anknüpfen/ Verbinden
  • Selbstwertgefühl
  • ressourcenorientiertes Denken – positives Denken „Was kann ich tun/entscheiden?“
  • Auswahlmöglichkeiten bieten
  • Humor (hilft Heilen)
  • Wertschätzung
  • Prozessorientierte Begleitung

Stark schwankende Emotionalität und Leistungsfähigkeit

Inneres Gleichgewicht und Akzeptanz

  • Resilienz
  • Frustrationstoleranz
  • eigene Gefühle wahrnehmen, verbalisieren, annehmen, reflektieren
  • Bewusstsein über die Wirksamkeit des eigenen Handelns
  • Verbalisierung und Visualisierung – alle Emotionen erlaubt
  • niederschwellige Angebote losgelöst von schulischen Inhalten
  • Unterricht nicht nach dem Lehrplan, sondern nach der Krankheitsphase/ Bedürfnisse der SuS ausgerichtet
  • Humor (hilft Heilen) Rhythmisierung Motivation Prozessorientierte Begleitung

Auf der Suche nach Erklärungen: Warum ich?

Vom „warum“ zum „wozu“!

Zukunft denken, nach vorne schauen

  • Visionen, Ideen selbst entwickeln
  • ressourcenorientiertes Denken – positives Denken
  • Unterstützungsnotwendigkeit wahrnehmen, erbitten und annehmen
  • Frieden schließen/ Akzeptanz der neuen Realität
  • Aussöhnung von Real- und Ideal-Ich
  • Beratung und Management für Schullaufbahn
  • technische und organisatorische Informationen geben
  • Übergang begleiten- Unterstützung im sozial-emotionalen Bereich in Abgrenzung und unter Vermittlung zu psychologischer Betreuung
  • Wertschätzung

Angst vor der Zukunft (progrediente Erkrankung/ Onkologische Erkrankung)

Das Jetzt erleben

  • Frieden schließen
  • Kleine Schritte
  • neue Normalität schaffen – Rhythmisierung
  • Trost
  • Wertschätzung

 

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